La Croix Gratiot
Montagnac (Hérault) / Languedoc
Eine Familiengeschichte, in der die Leidenschaft für Wein von Vater zu Tochter weiterlebt – und mit Anaïs eine neue, weltoffene Handschrift bekommt.
Mit gerade einmal 23 Jahren übernahm Anaïs Ricôme das Ruder – nach Stationen in Neuseeland, voller Ideen und mit dem festen Willen, auf dem seit Generationen bewirtschafteten Familienland, das ihr Vater Yves und ihr Onkel 2004 zum Weingut formten, nicht nur gute Weine zu machen, sondern ein lebendiges Ökosystem zu schaffen.
Was macht diesen Winzer besonders?
Die Winzerin Anaïs Ricôme schafft es enorm viel Emotion in ihren Wein zu bringen. Man schmeckt in diesen Weinen ihren Wunsch danach einen Wein "komplett", ohne Kanten zu erzeugen.
Wie kam der Kontakt zustande?
Vincent Moissonnier: "Ich war neugierig zu sehen, wie eine Winzerin in dieser Region biodynamisch arbeitet, denn ich bin in dieser Region großgeworden. Vor 40 Jahren wurden dort nur mittelmäßige Weine erzeugt."
Warum passt er zu Le Moissonnier?
"Ihre Weine überfordern nicht, sondern überzeugen."
Sie experimentiert viel, vinifiziert in Beton, Keramik, Terrakotta und Holz - immer im Dialog mit dem jeweiligen Wein.
Anaïs sucht keine Wucht, sie sucht keinen Körper. Die Weine sind sehr elegant und sie möchte das Beste aus ihnen herausholen.
Wenn man Weine als "feminin & elegant" bezeichnen möchte, dann genau diese.
Inhalt: 0.75 Liter (37,33 € / 1 Liter)
Le Chant des Dolia 2023
Ein eleganter Weißwein, der Roussanne mit einer geheimen Rebsorte vereint. Frisch & dicht mit Noten von Sternanis, Zitronengras & Ingwer, gereift in traditionellen Dolia.
Dolia sind große, bauchige Gefäße aus Ton oder Stein, die schon die Römer für ihren Wein nutzten. Es sind die stillen Schätze alter Weinkeller – ähnlich wie Amphoren, nur größer und meist fest im Boden verankert. In Dolia reift der Wein behutsam, bleibt klar und unverfälscht, ohne Holznoten aufzunehmen, und bewahrt dabei seine ganze Frische. So entsteht ein feines Gleichgewicht zwischen Eleganz und Ausdruckskraft.
Vincent empfiehlt: "Dieser Wein passt einfach nur perfekt zu gegrilltem Fisch, Antipasti und Gemüse."
Inhalt: 0.75 Liter (20,00 € / 1 Liter)
Rouge Cerise 2024
Dieser Wein fühlt sich an wie ein guter Freund, der den Abend leicht macht und die Gespräche länger. Saftig, fruchtbetont und wunderbar zugänglich, mit viel Kirschfrucht, einem Hauch Brombeere und feiner Lakritzwürze.
Ein Wein, der nicht kompliziert sein will, sondern Freude schenkt – offen, charmant und gefährlich süffig. Einer von denen, bei denen man erst beim Blick auf die leere Flasche merkt, wie schnell die Zeit vergangen ist.
Vincent empfiehlt: "Mit dem ist gut Kirschen essen. Perfekt für unbeschwerte Genussmomente, gesellige Runden mit Freunden und sommerliche Abende - dann auch gerne leicht gekühlt."
Warum zeigen wir diese Winzerin jetzt?
BIODYNAMIE AUS ÜBERZEUGUNG
Weil hier jemand arbeitet, der zuhört. Dem Boden, den Reben, dem Jahrgang. Die biodynamische Arbeit ist für diese Winzerin kein Etikett, sondern ein konsequenter Weg: beobachten, verstehen, begleiten. Seit ersten Versuchen auf einer einzelnen Parzelle im Jahr 2012 wird heute das gesamte Weingut biodynamisch bewirtschaftet – 2025 erstmals offiziell Demeter-zertifiziert. Jedes Jahr aufs Neue werden Präparate eingesetzt, Schulungen besucht, Erfahrungen vertieft, um das Leben im Boden, in der Pflanze und ihr Zusammenspiel zu stärken.
IM EINKLANG MIT DER UMGEBUNG
Diese Haltung zeigt sich auch im Umgang mit der Landschaft. Entlang der Parzellen und am Bachlauf, der sich durch das Gut schlängelt, wachsen artenreiche Hecken. In einem Weinberg wurden zusätzlich Reihen aromatischer Pflanzen zwischen die Reben gesetzt – kleine Eingriffe mit großer Wirkung für die Biodiversität. Nach der Lese, mit den ersten Regenfällen, wird ein Teil der Weinberge begrünt, um die Aktivität im Boden lebendig zu halten.
REBSORTEN-VIELFALT
Der Weinberg selbst ist dabei kein Geheimnis, sondern ein vertrauter Ort. Thomas (Anaïs Onkel) kennt jede Parzelle, jede Eigenheit. Gepflanzt sind eine beeindruckende Vielfalt an Rebsorten: Piquepoul Blanc, Roussanne, Bourboulenc, Viognier, Sauvignon und Muscat à petits grains für die Weißweine; Syrah, Grenache Noir, Mourvèdre, Piquepoul Noir, Nielluccio und sogar Pinot Noir für die Roten. Seit einigen Jahren werden bestimmte Flächen zudem mit eigenem Rebholz gepfropft – ein weiterer Schritt hin zu noch mehr Individualität und Eigenständigkeit.
VOM WEINBERG IN DEN KELLER
Die Lese erfolgt überwiegend nachts und einzelne Cuvées werden von Hand gelesen. Jeder Jahrgang ist anders, verlangt Aufmerksamkeit, Verkostung, Entscheidungen im richtigen Moment. Im Keller wird behutsam gearbeitet: begleiten statt eingreifen, damit die Gärung ihren Weg findet und das Terroir sprechen kann. Die Ernte selbst bleibt dennoch jedes Jahr ein emotionaler Höhepunkt – wenn ein Jahr Arbeit in den Weinbergen plötzlich als Duft von Frucht und Most den Keller erfüllt.
AUSBAU IST KEIN STARRES THEMA
Im Ausbau schließlich wird experimentiert und gespielt. Jedes Jahr kommen neue Gebinde hinzu, um Rotation und Versuche zu ermöglichen. Seit 2012 reifen Weine in Dolia aus Terrakotta, Keramik und Sandstein, ergänzt durch Betontanks und Demi-muids. Der Ausbau ist kein starres Schema, sondern ein offener Raum für Ideen.
Wir zeigen diese Winzerin jetzt, weil hier vieles zusammenkommt: Neugier, Konsequenz, Respekt vor der Natur – und die Bereitschaft, jedes Jahr neu zu lernen. Genau solche Weingüter möchten wir begleiten und teilen.